Wie sagt man zu Glühwürmchen?

Vor ein paar Jahren hatte ich mal regelmäßig mit Leuten vom Dudenverlag zu tun. Die wussten alle sehr viel. Einmal zum Beispiel sagte eine mir unbekannte Kollegin am Telefon: „Ah, Sie kommen aus dem Südwesten.“ Ich wohnte damals schon eine Weile in Hamburg und mein Hochdeutsch war weitgehend akzentfrei. Woher wusste sie das? Ganz einfach: Sie konnte es an meinem Nachnamen ablesen. Bei wem man seine Wurst kauft, das hängt nämlich davon ab, wo man wohnt.

Ich habe inzwischen erfahren, dass es auch in Amerika solche Phänomene gibt. Zum Beispiel neulich. Da spielten nach Sonnenuntergang ein paar Glühwürmchen im Gebüsch. Wie schön!

Aber wie sagt man zu den Viechern eigentlich? „Glowworms“? Naja. Die Leute verstehen, was man damit meint. Den Begriff gibt’s wirklich. Tatsächlich sagen viele Michiganders „Lightning Bugs“ dazu. Andere – auch die Zugereisten von der Westküste – bevorzugen dagegen das Wort „Fireflies“.

Wo verläuft die Grenze? Dazu habe ich vorhin eine interessante Geschichte gelesen. Dort findet sich diese Landkarte:

Kluge Gelehrte haben im Übrigen herausgefunden, dass womöglich die örtlichen Naturerfahrungen etwas damit zu tun haben. Hier kommt die Landkarte der Blitzeinschläge.

Und hier die Landkarte der Waldbrände.

„Aha!“, denkt man da. „Wo’s brennt, sagt man Firefly, wo’s gewittert, spricht man vom Lightning Bug.“

Ein Beweis ist das natürlich nicht. So heißt es auch im erwähnten Artikel, den ich allein deshalb und aus Dankbarkeit hier gleich nochmal verlinke. Eine gute Geschichte ist es trotzdem. Und was macht man mit guten Geschichten? Man erzählt sie weiter. Is einfach so.

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