„Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen“

Die Überschrift ist – die KennerInnen haben’s längst erkannt – ein etwas dramatisches Hamlet-Zitat. Bei Shakespeare geht’s ja eigentlich gar nicht um den Schlaf, sondern um den Tod und welche Filme einem nach dem Ableben gezeigt werden. In diesem Blog-Eintrag geht’s dagegen ganz banal: um den Schlaf während der Pandemie.

Wie ist das bei Euch? Schlaft Ihr besser also sonst? Schlechter? Genau so gut oder schlecht?

Bei mir ist das Ergebnis gemischt. Es hängt zum Beispiel davon ab, ob ich das Handy griffbereit neben mir liegen habe oder nicht. Seit einigen Tagen lege ich das Ding auf einen Tisch, der in der Mitte des Zimmers steht. Ich muss aufstehen, um es zu greifen. Seither schlafe ich besser.

Heute habe ich eine Studie aus Italien gelesen, die sich ein bisschen systematischer mit der Sache befasst. Viele der 121 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlafen seit Ausbruch der Pandemie, seit Lockdown und Homeoffice tatsächlich schlechter als zuvor. Besonders die Männer. Woran das liegt, weiß man natürlich nicht. Man hat es nämlich nicht untersucht. Trotzdem haben die Studienautoren natürlich einen Verdacht und äußern ihn auch: Man bewegt sich weniger (weil man mehr zu Hause sitzt) und sitzt auch länger vor dem Rechner als sonst. Vor allem am Abend. Das blaue Licht aus dem Bildschirm stört den Schlafrhythmus. Zack, fertig!

Wie gesagt: Die Gründe für den schlechten Schlaf waren nicht Gegenstand der wissenschaftlichen Arbeit. Dazu hat man nur ein paar „educated guesses“ rausgehauen. Das findet man sehr oft. Wenn Studien in den Medien (auch den sozialen Medien) ein Echo finden, liest und hört man aber oftmals genau von diesem Teil. Also genau von dem, was eigentlich gar nicht Wissenschaft ist, sondern nur eine Vermutung. Das finde ich problematisch. Zugegeben: Ich habe jetzt auch keine erstklassige Idee, wie man das ändern kann. Und, klar, die Sache bringt mich auch nur selten um den Schlaf. Ein Problem ist es trotzdem.

Eine neue Studie aus Frankreich gibt zehn Tipps, wie man trotz Corona-Stress und Homeoffice ruhig schlafen kann.

  • Regelmäßige Schlafzeiten einhalten.
  • Tagsüber bestimmte Zeiten in den Kalender eintragen (und einhalten), in denen man gezielt über seine Sorgen nachdenkt/darüber Tagebuch führt. Das ist sozusagen die exklusive Sprechstunde, die man seinen Sorgen einräumt, damit sie Ruhe geben und einem tagsüber und nachts nicht dauernd in alles reinquatschen. Clever!
  • Das Bett möglichst nur zum Sex und zum Schlaf nutzen und nicht für andere Aktivitäten.
  • Es gibt ja Frühaufsteher, Nachtmenschen und ganz viele Leute, die irgendwo dazwischen liegen. Jetzt ist die beste Zeit, seinem eigenen Rhythmus zu folgen.
  • Man soll Social Media nutzen, um Sorgen oder Humorvolles mit anderen zu teilen und soziale Unterstützung zu kriegen. Aber die Endgeräte haben nachts im Bett nix verloren (sag ich doch!).
  • Man soll viele Dinge tun, die man gerne macht.
  • Man soll sein Schlafzimmer möglichst gemütlich gestalten.
  • Man soll es tagsüber hell haben und nachts möglichst dunkel.
  • Man soll möglichst entspannende Dinge tun, bevor man schlafen geht (z.B. Yoga, ein Buch lesen).
  • Wenn man sich weniger bewegt als sonst, sollte man auch weniger essen. Und zwei Stunden vor der Bettruhe: am besten gar nichts mehr.

Die Sache mit dem Essen scheint in der Tat ein Thema zu sein. So hat sich die oben erwähnte Studie aus Italien noch angesehen, wie sich das Körpergewicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Homeoffice verändert hat. Das Ergebnis lautet grob gesagt: Die Dicken haben nicht zugenommen. Die Schlanken aber schon. Und zwar im Durchschnitt um rund 2,5 Kilogramm.

Für mich heißt das: Ich liege mit meinem neu erworbenen Bäuchlein noch um 400 Gramm unter dem Durchschnitt. Und das finde ich schon wieder erleichternd!

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