Was hätte Winnetou damit angestellt?

Dieser Tage hat sich eine Schlange durch unseren Garten geschlängelt. Natürlich wieder die Gemeine Strumpfbandnatter, wie wir sie schon neulich mal gesehen haben.

Heute beim Spaziergang im Wald ist uns auch wieder eine begegnet. Den Tieren scheint’s gut zu gehen. Wann wird mir eine einen Apfel anbieten, um mich aus dem Corona-Paradies zu vertreiben?

Ansonsten leide ich derzeit unter gedämpfter Stimmung. Vermutlich, weil mich gerade wieder ein Kalender-Zombie heimsucht: Mein Smartphone behauptet, dass ich gerade eine Reise mit meinem Vater unternehme. Ist ausgefallen wie die Reisen aller anderen Leute. Ja: Man darf sich nicht so anstellen. Und ja: Ich bin gerne in Michigan. Trotzdem doof. Den Trip hätte ich auch gerne gemacht.

Den Wald jedoch kümmert’s nicht. Hier blüht jetzt alles. Zum Beispiel diese schmucke Blume, bei der es sich, wie mir das allwissende Internet verrät, um eine Wilde Geranie handelt. So sagen die Amerikaner. Wir Deutschen sagen „Gefleckter Storchschnabel“ dazu.

Und das bringt mich jetzt zwanglos zu meiner Überschrift. Neulich habe ich mich bei Facebook zu einer dieser „Mir-ist-langweilig-wegen-Corona“-Challenges gemeldet und mich nostalgisch mit meinen Kinderhörspielen befasst. Da hat mir meine Mutter doch glatt ein Bild mit einigen der Platten geschickt, die meine Geschwister und ich uns damals reingezogen haben. Natürlich auch dabei: Winnetou.

Weil’s die meisten der Hörspiele auf Spotify gibt, hab ich mir einige nochmal angehört. Beim Abwasch, Putzen und so. Und ich muss sagen: Ein paar davon sind gar nicht mal so gut, wie ich das in Erinnerung hatte. Auch die Geschichten selbst. Meine Herren. So viele zufällige Wendungen! Ist mir damals alles nicht aufgefallen.

Was Winnetou mit den Schlangen und Blumen zu tun hat? Nun, ich habe im Netz gelesen, dass einige Indianerstämme die Strumpfbandnatter zum Abendbrot vertilgt haben. Angeblich hat man entweder den Schwanz abgeschnitten und gegessen oder die Schlange aufgeschnibbelt und das Fett ausgesaugt. Keine Ahnung, wie das gehen soll. War aber wohl so.

Und die wilde Geranie wurde angeblich als indianisches Heilmittel gegen Hämorrhoiden eingesetzt, die es also, wie ich schließe, auch unter den tapferen Söhnen und Töchtern der Prärie gegeben haben muss.

Bestimmt haben die „Native Americans“ auch gewusst, was man mit diesem mächtigen Baumpilz alles anstellen kann. Ich dagegen weiß es nicht. Man weiß sowieso das allermeiste nicht.

Immerhin: Mit dieser „Gewöhnlichen Nachtviole“, an der Coco schnuppert, hätten auch die Apachen nichts anzufangen gewusst. Gab’s in Amerika nämlich gar nicht. „Dame’s Rocket“, wie die Blume hier heißt, ist eine invasive Art und wird deshalb trotz ihrer Schönheit und ihres lieblichen Duftes von manchen Einheimischen beharrlich ausgerissen und weggesperrt. Was vermutlich vielerlei Gründe hat.

Gerade hat’s angefangen zu regnen. Das ist sehr erfrischend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.