bookmark_border„Wir irren uns häufig“

Seit mehr als 40 Jahren erforscht der Sozialpsychologe Richard Nisbett unsere Denkfehler. Für einige dieser Schwächen hat er verblüffend simple Gegenmittel gefunden. Eines davon stammt sogar aus einem alten Hausfrauenmagazin. Psychologie Heute, 7/2017

bookmark_border„In E-Mails sind wir ziemlich ehrlich“

Die sozialen Medien haben die Art und Weise verändert, wie Menschen miteinander kommunizieren. Zum Beispiel beeinflussen sie den Umgang mit der Wahrheit. Aber anders, als wir gemeinhin vermuten, behauptet der aus Kanada stammende Stanford-Psychologe Jeff Hancock. Wer social media erforscht, steht grundsätzlich vor einem Problem: Das, was man da untersucht, wandelt sich oft sehr schnell. Damit man trotzdem etwas bleibendes findet, bedient man sich eines Tricks: Man guckt sich an, was die jeweilige Plattform alles möglich macht, was man damit anfangen kann – oder eben nicht. Genau diese Features nennt man in der Wissenschaft „Affordanz“ (affordance). Mit diesem Begriff arbeitet Jeff Hancock. Er fragt sich: Ist ein Medium flüchtig oder kann man sich die Sache später noch einmal in Ruhe ansehen? Sieht mich der andere oder nicht? Läuft die Kommunikation synchron – oder habe ich ein wenig Zeit, um zu antworten? All das hat Konsequenzen für den Grad unserer (Un-)Ehrlichkeit. So besagt es die Theorie – und die empirischen Daten, die man in der Forschung dazu erhoben hat. Übrigens: Die meisten Lügen fand Jeff Hancock dort, wo Menschen miteinander telefoniert haben (flüchtig, man sieht einander nicht – und muss beim Reden immer wieder improvisieren). Psychologie Heute, 8/2016

bookmark_border„Leben wir vielleicht zu lange?“

Kann man mit 90 Jahren überhaupt noch glücklich sein? Man kann! Doch wenn der Tod naherückt, wird es oft trüb in der Seele. Der Heidelberger Alternsforscher Hans-Werner Wahl hat ermutigende, aber auch nachdenklich stimmende Erkenntnisse über die letzte Phase des Lebens gewonnen. Besonders interessant fand ich Prof. Wahls Ausführungen über die noch relativ junge „Distance to Death“-Forschung. Das Leben im hohen Alter lässt sich demnach besser verstehen, wenn man es vom Tode her liest. Am Ende wartet auf die meisten eine Phase tiefer Trauer. Meine These: Es könnte helfen, wenn man beizeiten gelernt hat, negative Gefühle als etwas Wertvolles anzunehmen.
Psychologie Heute, 4/2016