So geht Propaganda – die Masse macht’s!

Vor vielen Jahren habe ich meine Magisterarbeit darüber geschrieben, wie die NSDAP ab den späten 1920er Jahren eine Armee von rund 6000 Parteirednern ausgebildet hat. Die Sache funktionierte: Schon 1932 konnten die Nazis in vielen deutschen Provinzen mehr Kundgebungen abhalten als alle anderen Parteien zusammen. Ein Teil meiner Magisterarbeit wurde damals als wissenschaftliches Paper veröffentlicht.
Irgendwann – viele Jahre später – haben die Kollegen von P.M.-History mich gebeten, einen Artikel über das Thema zu schreiben. Das war eine Reise zurück in die eigene (intellektuelle) Vergangenheit. Ich habe viele der maßgeblichen Fachbeiträge noch einmal gelesen. Vor allem die erstklassigen Aufsätze von Prof. Randall Bytwerk von der Calvin University in Grand Rapids, Michigan. Niemand hat so viel und so klug über die Nazi-Rednerschule und das System drumherum geschrieben wie er.
Jetzt ist meine Story nachzulesen in der aktuellen Märzausgabe von P.M.-History.

Und um der Sache noch einen aktuellen Spin zu geben: Der Guardian hat unlängst eine Geschichte über die Facebook-Kampagne Donald Trumps im Jahr 2019 veröffentlicht. Und dabei zeigt sich zumindest eine Parallele: Weder die Trump-Kampagne noch die Propaganda-Maschine der Nazis scheint von der Qualität der einzelnen Beiträge gelebt zu haben. Denn so richtig dolle waren die Reden der Nazi-„Rednerschüler“ nur selten. Und auch bei Trump gingen weniger als 0,05% der Anzeigen viral (mit mehr als einer Million views). Beide Kampagnen funktionierten also nach demselben Motto: Die Masse macht’s!

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