Schuften wie Bob der Baumeister

In Ann Arbor gibt es zwei Staudämme der höchsten Gefahrenstufe. Einmal den Barton Dam bei uns um die Ecke – und dann den Argo Dam ein paar Kilometer flussabwärts. Das ist der Damm im Bild oben.

Anders als am Barton Dam wird hier kein Strom erzeugt. Der Argo Pond ist eine Freizeitanlage. Man kann dort Baden, Fischen, Rudern und sich ein Paddelboot ausleihen.

Am derzeit geschlossenen Bootsverleih sehen wir ein paar Studenten mit Notizblöcken rumlaufen. Ich brülle also über den Zaun und frage, was das soll. Die Antwort: Sie machen Boots-Inventur. Am kommenden Freitag darf der Laden endlich anlaufen. In ganz Michigan hat es heute insgesamt nur 24 neue Coronafälle gegeben. „Boote kriegt Ihr aber nur nach Vorbestellung.“ Coco freut sich und studiert schon mal die Strecke.

Neben dem Staudamm hat man für viel Geld einen waghalsigen Abzweig gebaut, die so genannten Argo Cascades. Dort lassen sich die Studenten des Sommers in dicken Reifen flussabwärts treiben und haben einen Heidenspaß dabei. Wie man auf dem Schild lesen kann, ist Alkohol hier verboten. Bin mir nicht sicher, wie sehr man sich daran hält. Man darf in vielen Gegenden der USA jedenfalls nicht mit sichtbarem Alkohol in der Hand im Freien rumlaufen. Weil man die Kinder damit auf komische Gedanken bringt. Dieselbe Logik also wie mit den verbotenen Wörtern im Fernsehen. Offener Alkohol im Auto ist ebenfalls verboten („Open Container Rule“). Dafür kann man in Michigan bis zu 90 Tage Knast kriegen. Tja. Kultur ist das, was alle anderen komisch finden und man selber ganz normal.

Jedenfalls wird am Argo Dam seit einigen Wochen gebaut. Wer mit dem Rad aus dem Norden in die Innenstadt wollte, ist immer am Argo See entlang gefahren und dann in Höhe des Dammes wild über die Gleise gestolpert. Jetzt haben sie da endlich einen Tunnel hingesetzt. Geplant wird an der Sache angeblich schon seit mehr als zehn Jahren – der Berliner Flughafen ist überall.

In einem Video kann man sehen, wie sie die Sache letztlich gemacht haben. 37 Stunden Arbeit in weniger als zwei Minuten. Ganz interessant, finde ich. Voll die „Bob, der Baumeister“-Aktion. Können wir es schaffen? Yes, we can!

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