Mann schmeißt Geld zum Fenster raus

Vorhin hab ich ne Geschichte in der Zeitung gelesen, die mal wieder zu gut ist, um sie nicht aufzuschreiben.

Im Norden von Michigan ist nicht besonders viel los. Ich war ein paar Mal da oben. Man sieht viele Seen, Wald, Wiesen, ab uns zu mal ein Haus. Die Landschaft hat mich ein bisschen ans südliche Schweden oder ein paar Gegenden von Norwegen erinnert.

Dort oben liegt jedenfalls ein Dorf namens Interlochen, das früher mal Interlaken hieß. Der Name bedeutet in Michigan wie in der Schweiz „zwischen den Seen“. Ein Bürger dieses Dorfes, in den Worten der Zeitung ein „verwirrter 60-jähriger Mann“, ist vor acht Tagen über die Landstraße gefahren und hat – ganz wörtlich – Geld ausm Fenster rausgeschmissen. Genaue Summen nennen die Kollegen nicht, aber es muss ne Menge Kohle gewesen sein.

Man kennt solche Szenen aus Filmen. Alle drehen dann durch und versuchen, so viel Geld wie möglich zusammenzuraffen. „Amerika!“, denkt man dann. Manchmal auch: „Menschen!“

Wenn man dem Bericht der Zeitung glauben darf, ist aber was ganz anderes passiert. Die Leute haben die Scheine eingesammelt und brav bei der Polizei, der Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung abgegeben.

„Das Geld wurde dem 60-jährigen Mann und seinem Sohn zurückgegeben“, schreibt die Zeitung.

Angeblich fehlen noch 500 Dollar der verstreuten Summe. Die Zeitung hat die Telefonnummer der örtlichen Polizeiwache aufgeschrieben, falls der Finder doch noch ein schlechtes Gewissen kriegen sollte.

Ich weiß: Wir haben immer noch Pandemie und alles. Aber kleine Geschichten wie diese machen wir dann doch gute Laune.

Und klar: Der Typ auf dem Bild oben bin ich. Weder 60 noch „confused“. Zumindest: nach allem, was ich weiß.

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