How I met my Wohngemeinschaft #3 – Immerhin zieht’s in der Bude nicht

Liebe künftige WG, 

gestern haben liebe Menschen gefragt, was eigentlich aus meiner WG-Suche geworden ist. Man hat mich auch dafür gerügt, nicht regelmäßig gebloggt zu haben. Das mit dem Bloggen stimmt, es ging aber nicht, anderes hat mich zu sehr beschäftigt, is manchmal einfach so.
Dennoch gibt es zwei Gedanken, die mir letzthin durch den Kopf gegangen sind; ich finde sie kurios und sie sind mir peinlich.

1. Es war und ist ja tüchtig kalt seit ein paar Wochen. Überall, wo Fenster und Türen sind, kann’s frostig strahlen und eiskalt durch die Ritzen ziehen. Brrrrrrrrr.

In meiner Wohnung jedoch: alles bene. Ich wohne allein und fühle manchmal Einsamkeit – aber immerhin zieht’s in der Bude nicht. Das hat mich nachdenklich gemacht. Man schätzt ja viel zu selten, was man hat. Ich würdige dieser Tage also die Tatsache, dass ich in einer guten, geräumigen und unzugigen Wohnung lebe. Und vielleicht hätte ich das ohne die WG-Pläne niemals so gesehen oder gar öffentlich ausgesprochen. Ich empfinde Dankbarkeit, und davon kann man eigentlich gar nicht genug kriegen im Leben.

2. Es gibt noch einen zweiten Gedanken, der mich kürzlich überfiel: Ich habe inzwischen einen Büroplatz in Eppendorf angemietet und erstklassige und inspirierende Gesellschaft dort. Einen schicken Raum fürs Coaching gibt’s da auch (ein andermal mehr davon). Außerdem existieren mehrere Gruppen, die mich regelmäßig in ihrer Mitte dulden. Dabei geht’s um Coaching, Sport, Tanz, Literatur, Spiele und was weiß ich noch. Kurz: Mir ist aufgefallen, dass ich ganz oft auch NICHT allein und einsam bin. Ohne das Nachdenken über ein WG-Leben wäre mir das vielleicht entgangen. Auch hier die erste Reaktion: Dankbarkeit. Ebenso für das 3. Streichquartett von Beethoven, das mir sehr gefällt, obwohl ich noch vor ein paar Jahren nichts damit habe anfangen können. Überhaupt: Wie ist das mit der Musik und der Art, in der sich die Vorlieben wandeln? Liegt’s an den Hormonen? Man müsste das mal recherchieren.

Und jetzt? Die Reise des Lebens geht weiter in Sinuskurven. Sie führt mal nach oben, sie führt mal nach unten. Und dann, wenn alles läuft, wie es soll: wieder nach oben. So hofft man.

Wenn wir irgendwann in unser gemeinsames Haus oder die gemeinsame WG-Wohnung ziehen, müssen wir unbedingt daran denken, auf die Qualität der Tür- und Fensterdichtungen zu achten. Und daran, dass zumindest die meisten unserer sozialer Gruppen noch gut erreichbar sind.

Ein S-Bahn-Anschluss, der wäre sinnvoll.

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