How I met my Wohngemeinschaft #1 – So geht’s nicht weiter!

So geht’s nicht weiter. 

Ich möchte mich verändern. 

Und zwar so: Heute in einem Jahr möchte ich in einer WG leben. 

Dabei hab ich im Moment wenig auszustehen: Ich finde meine Bude total in Ordnung, sie liegt verkehrsgünstig und zentral, die Nachbarn grüßen freundlich, das Haus ist nicht übertrieben hellhörig und der Vermieter eine Seele von Mensch. Eine innere Stimme sagt: „Du weißt gar nicht, wie gut du’s hast.“

Eine andere innere Stimme sagt: „Du wohnst allein und das hat der liebe Gott nicht gewollt.“ 

Dagegen kann man wenig sagen. Die lebendigsten Zeiten meines Lebens hatte ich, wenn ich mit anderen zusammengewohnt habe, mal als Familie, mal als Paar, mal als WG. 

Wohnen als Familie oder Paar – danach sieht’s derzeit nicht aus. Bleibt also: die Wohngemeinschaft. Ich möchte in einer WG leben. Und genau darum geht’s in diesem Blog. 

Ich hab mir vorgenommen: Einmal die Woche – möglichst immer am Wochenende – will ich aufschreiben, wie diese Wohngemeinschaft Schritt für Schritt in die Welt kommt, welche Gedanken mich dabei plagen und was auf der Suche alles schiefläuft: How I met my Wohngemeinschaft, sozusagen.

Am vergangenen Mittwoch zum Beispiel die Unterhaltung mit Frank anlässlich der Schreibgruppen-Weihnachtsfeier. Ich erzähle ihm von meinen Plänen. Er so: „Als du das grad gesagt hast, hab ich gedacht, das stimmt, genau das müsste ich auch machen, wenn ich nicht in so nem Familienkontext leben würde.“ Mich freut das sehr. Denn: Wenn Frank so denkt, denken andere vermutlich auch so. Prima, dann findet sich ja vielleicht jemand, der wie ich lieber in einer kleinen Herde leben möchte! 

Weiter. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Sache klappt? „Zu 75 Prozent“, sagt Frank.

Dann aber kommen ihm Bedenken. „Das Komplizierte“, sagt er, „ist das Organisatorische. Allein schon, ne Wohnung zu finden. Das ist mittlerweile sooo schwierig.“ Stimmt. Mist. Und dann ist da natürlich noch die Sache mit den Leuten. Jeder trägt „einen Rucksack“ mit sich rum, sagt Frank, hat „schlechte Erfahrungen gemacht“ und so weiter. „Sich auf Menschen einzulassen, ist einfach komplizierter geworden, das ist meine Wahrnehmung.“ Frank argumentiert auf ne Art wie Peter Licht: Gesellschaft ist toll, wenn nur all die Leute nicht wär’n.

Seufz. 

Und überhaupt der ganze Prozess. Soll man zuerst ne Bude suchen und dann die Leute? Soll man erst die Leute finden und dann die Bude? Soll man versuchen, in eine bestehende WG zu ziehen? Alles unklar. Meine Haltung im Moment: Serendipität! Ein Schiff besteigen, die Segel setzen, rausfahren und dann mal gucken, wohin die Winde einen tragen. Aber rausfahren, das ganz sicher. 

Und das bedeutet: Möglichst anfangen, Menschen von meinem Vorhaben zu erzählen. Word gets around und wer weiß, was dann daraus erwächst. 

So beginnt die Suche. Mit einer Absicht, aber ohne Plan, ohne Expertise, mit viel Enthusiasmus und keiner Ahnung, wie’s weitergeht.

Dass es aber so wie bisher NICHT weitergeht, da bin ich mir im Moment relativ sicher. 

Ich halt’ Euch auf dem Laufenden. 

Kommentare

  1. Im Umfeld unserer WG gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die in Gemeinschaft leben wollen und die seit mehreren Jahren suchen – teilweise schon sieben Jahre. Mein Eindruck ist, dass es bei vielen aufgrund hoher Erwartungen nichts wird. Die Frage ist eben auch, wo man / frau bereit ist Abstriche zu machen.

    Bin gespannt von der Suche hier zu lesen.

  2. Als ich zuletzt im Alter von ca. 35 versucht habe, eine neue (für mich neu, aber schon bestehende) WG zu finden, die mich aufnimmt, war es sehr schwierig, etwas passendes zu finden, wo ich mich nicht wie die Greisin zwischen lauter Studentinnen fühle. Mit einigen FreundInnen hab ich aktuell ein Wohnprojekt im Kopf, aber auch noch wenig konkrete Ideen, wie es laufen könnte. Bin also sehr gespannt auf die weiteren Berichte hier.

  3. Auch ich habe schon einige WG
    Erfahrungen gemacht und wohne jetzt alleine. Das hat sicher Vorteile aber birgt die Gefahr der Einsamkeit und Verschrobenheit.
    Aus meiner Sicht ist es besser erst die Menschen zu finden,um dann gemeinsam eine Wohnung zu suchen. Dann hat keiner, bewusst oder unbewusst, die älteren Rechte…

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