Fairy Doors

Vor ein paar Tagen habe ich eine Bemerkung über die Fairy Doors von Ann Arbor fallen lassen. Per Email haben Leute angefragt, ob ich nicht mehr dazu erzählen kann. Warum also nicht mal ne hellere Note zwischen all den schlechten Nachrichten?

Coco fordert täglich ihre beiden Spaziergänge. Also haben wir heute beim Gang um den Block die Augen geschärft (Brille!) und nach weiteren geheimen Feen-Türen gesucht. Unglaublich, wie viele es gibt – allein hier in der Nachbarschaft.

Die Sache begann in den 1990er Jahren mit dem Ehepaar Jonathan and Kathleen Wright. Er bezeichnet sich heute als „Diplom-Feeologe“, sie ist Erzieherin. Um die Kinder in Kathleens Krabbelgruppe zu unterhalten, hat Jonathan im eigenen Haus damals eine Minitür gebaut – mit kleinem Raum und eigener Geheimtreppe dahinter. Nach und nach verdichtete sich die Story um diese Tür: Natürlich, dahinter müssen Feen wohnen! Seit den frühen 2000ern wurde daraus in der Stadt eine Art Mem, also ein kulturelles Etwas, das man kopieren und weiterverbreiten kann.

Am Anfang haben vor allem Geschäfte in Downtown den Trend aufgenommen. Heute sieht man die Fairy Doors vorwiegend an Privathäusern.

Nicht alle Türen fallen im selben Maße geschmackssicher aus. Manch einer platziert sie zudem in den Vorgarten.

Es gibt sogar einen leidenschaftlichen Tischler mit dem Spitznamen „Bastel-Bob“, der – inspiriert durch seine Enkeltochter – seit fast zehn Jahren Elfentüren zimmert und verkauft (seine Seite ruht allerdings seit vergangem Sommer).

Wenn man als Tourist nach Ann Arbor kommt, dann gehört eine Fairy-Door-Schnitzeljagd fast immer mit zum Programm. Zumindest, wenn Kinder dabei sind. Längst hat auch das örtliche Kinderkrankenhaus die Zauberkraft der Feentüren für sich entdeckt. Man hat im Inneren des Gebäudes mehrere Türen einbauen lassen. Die Kinder können sie suchen, öffnen und gucken, was sich dahinter verbirgt. Die Sache macht den Kleinen den Klinikaufenthalt ein weniger leichter. Tolle Idee.

Und wenn ich das richtig sehe, dann funktioniert der Trick bei uns Erwachsenen nur unwesentlich schlechter.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.