Das lauteste Musikinstrument der Stadt

Gestern nach Feierabend fahren wir zum North Campus der Uni. Da soll Musik spielen. Tatsächlich verlieren sich auch ein paar Leute auf dem Rasen. Nanu. Wo ist die Band?

Dann geht die Mucke los. Sie kommt aus dem Lurie Tower und wird offenbar von Glocken produziert. Einen Song erkenne ich sogar: „Respect“ von Aretha Franklin, die ja bis zu ihrem Tod vor zwei Jahren sozusagen ums Eck in Detroit gewohnt hat. Hier ein 15-Sekunden-Clip, damit Ihr einen Eindruck vom Sound bekommt.

Wie spielt man so ein Ding eigentlich? Sagt man wirklich Glockenspiel? Zu Hause also gegoogelt. Und, Donnerwetter, die haben hier an der Uni sogar zwei von diesen Dingern. Und sogar eine eigene Professorin für diese Instrumente. Man kann sich sozusagen zur Diplom-KirchturmglockenspielistIn ausbilden lassen. Außerdem: Man sagt gar nicht Glockenspiel, wenn man was auf sich hält. Man sagt „Carillon“ – und entsprechend „CarillonneurIn“. Eine Uni-Ausbildung dafür gibt’s in Deutschland, wenn ich das richtig sehe, nur in Würzburg.

Das gestrige Konzert wurde übrigens von der hiesigen Professorin höchstselbst bestritten. Cool. Und so läuft es ab, wenn die Meisterin in die Tasten tritt und haut.

Sieht nach Arbeit aus, wenn Ihr mich fragt. Aber dafür hat man auch was davon: Man spielt sozusagen das lauteste Musikinstrument der Stadt – und wird noch in einigen Meilen Entfernung gehört.

Wenn ich wieder in Hamburg bin, muss ich mal bei St. Nikolai vorbei schlendern, nur um den Vergleich zu hören. Dort hängt nämlich auch ein Carillon, das im Übrigen nur neun Glocken weniger hat als das Instrument im Lurie Tower.

Ich selbst werde für den Privatgebrauch bei der Gitarre bleiben.

Und Coco? Sie kennt eigentlich nur einen Sound, bei dem sie regelmäßig mitsingt (nämlich immer am zweiten Dienstag des Monats gegen 13 Uhr). Es handelt sich nicht um das Glockenspiel.

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